Das Au-pair-Programm für Familien mit Kindern
Die Gastmutter ist froh, dass sie nach einem anstrengenden Arbeitstag nicht mehr in der Küche stehen muss, obwohl sie zu Anfang von der Idee eines Au-pair nicht begeistert war. Sie konnte sich nicht vorstellen, eine fremde Person immer mit im Haus zu haben. Doch schon nach kurzer Zeit hat sie sich daran gewöhnt und freut sich, mit der jungen Frau am Abend zusammen sitzen zu können.
Wollen beide Elternteile arbeiten, gibt es oft niemanden, der sich um die Kinder kümmern kann. Ein Kindermädchen ist meist zu teuer. Ausweg könnte ein Au-pair sein. Junge Frauen aus dem Ausland, die Deutschland kennen lernen und ihre Sprachkenntnisse verbessern möchten, verbringen ein Jahr bei einer Gastfamilie und kümmern sich um Kinder und Haushalt.
30 000 Au-pairs kommen jedes Jahr zu Gasteltern nach Deutschland. Fast immer sind es junge Frauen aus Osteuropa. Wer ein Au-pair beschäftigt, muss sich jedoch bewusst sein, dass die jungen Frauen nicht nur billige Arbeitskräfte sind. Sie haben eigene Rechte und Ansprüche, die respektiert und beachtet werden müssen.
Die Eltern der kleinen Carla sind berufstätig. Wenn ihr Kindergarten endet, ist Natalja zur Stelle. Carlas Brüder Felix und Moritz gehen schon zur Schule. Am Nachmittag müssen sie jedoch auch beschäftigt und betreut werden. Die Kinder und das Au-pair Mädchen aus Russland mögen sich. Natalja fühlt sich nach einem Monat schon fast als Familienmitglied.
Kein Hausmädchen
Essen kochen und im Haushalt helfen ist für Natalja kein Problem. Au-pairs sind aber keine billigen Arbeitskräfte. Nach geltendem Recht darf Natalja nicht länger als fünf Stunden am Tag beschäftigt werden und muss mindestens einen Tag in der Woche frei haben. Ihre Hilfe ist außerdem nicht umsonst. Sie hat Anspruch auf ein Taschengeld von 260,00 € im Monat und die Familie muss sie für rund 40,00 € versichern (Haftpflicht- und Krankenversicherung).
Für Unterkunft und Verpflegung muss die Gastfamilie mit weiteren 250,00 € rechnen. Natalja hat ihr eigenes Zimmer. Darauf hat sie ebenso Anspruch wie auf vier Wochen Urlaub. Natalja wird diesen Urlaub mit der Familie verbringen und freut sich darauf schon. Die Kosten trägt die Familie.


